Digitalen Wandel natürlich erleben

Vielleicht ist es das, wonach viele insbesondere nach diesem krassen Jahr 2020 suchen. Digitalen Wandel natürlich erleben bedeutet, Veränderung einerseits unter Berücksichtigung der menschlichen Seite und andererseits einfach erlernbar und sinnhaft zu erleben.

2020 hat uns noch einmal deutlich gemacht, was der Begriff „Geschwindigkeit der Veränderungsakzeptanz“ eigentlich bedeutet. Ob wir es wollen oder nicht, Veränderung und Anpassung gehören zu unserem Leben.

Wir haben auch lernen müssen, wie nah unser privates Leben mit dem beruflichen Alltag in Verbindung steht und welche Herausforderungen sich ergeben, wenn Mensch, Raum und Technologie sich mehr oder weniger ungeplant miteinander verzahnen.

 

Digitalen Wandel natürlich erleben

 

Worauf kommt es in 2021 an?

Moderne Arbeitsformen können nur gelingen, wenn wir die Schlüsselfaktoren Unternehmenskultur, Leadership, Arbeitsorganisation, IT, Kommunikation und Raum in einen sinnvollen Zusammenhang bringen. Der Blickwinkel von Unternehmen auf dieses relevante Zusammenspiel wird es sein, worauf es in 2021 stärker denn je ankommen wird.  Wenn wir dafür einen Plan haben, diesen kommunizieren und die Betroffenen für eine erfolgreiche Umsetzung mitwirken lassen, werden wir merken, wie gut wir uns verändern können.

Pandemie und digitaler Wandel bedeuten in vielen Unternehmen derzeit Ungewissheit und die Zunahmen von Stressfaktoren, die viele stark belasten. Was sind die Merkmale stressiger Situationen? Sie sind wenig beständig, sie verändern sich also schnell, dass wir schlecht kontrollieren oder vorhersagen können, auch weil die Situationen so komplex und mehrdeutig sind.

Nichts zu tun, ist in diesen Zeiten keine Lösung. Unternehmen brauchen einen Plan. Mitarbeiter brauchen einen Plan – wir brauchen Sicherheit, damit wir bereit sind für Veränderung.

 

Digitalen Wandel natürlich erleben – Reifestufen der Digitalisierung

In meinem Blog-Artikel „Digitale Transformation – Wo steht Ihr Unternehmen?“ vom 10.01.2017  habe ich über drei Entwicklungsstufen berichtet, die aus unserer Erfahrung viele Unternehmen bei ihrer Veränderung im digitalen Wandel durchlaufen.

Zur Erinnerung:

 

Reifegrade

 

Die in der Abbildung gezeigten drei Reifestufen der Digitalisierung sind insbesondere durch das Verhalten der im Unternehmen tätigen Menschen gekennzeichnet:

Typische Merkmale der Stufe 1 „wait and see“:

  • zögerlich
  • ignorant
  • traditionell
  • reaktiv
  • ungesteuert

Unternehmen in dieser Stufe verfügen über traditionelle Hierarchien, die abteilungs- und teamübergreifendes Arbeiten unterbinden. Das Unternehmen wird patriarchalisch von oben nach unten geführt und setzt sich wenig bis gar nicht mit zukünftigen Trends und aufkommenden Veränderungen auseinander.

 

Typische Merkmale der Stufe 2 „just do it“:

  • planlos
  • unkoordiniert
  • eigendynamisch
  • vielfältig aktiv
  • wenig effektiv

Unternehmen in dieser Stufe zeichnen sich dadurch aus, dass einzelne Bereiche aktiv werden und für sich die Digitalisierung „entdecken“. Man kocht sein eigenes „Süppchen“ und übergreifende Maßnahmen werden kaum effizient umgesetzt. Die Unternehmensführung hat verstanden, dass man sich mit dem Thema auseinandersetzen muss, initiiert jedoch kein einheitliches Vorgehen und entwickelt kein gemeinsames Konzept.

 

Typische Merkmale der Stufe 3 „perceived digital change“:

  • für alle wahrnehmbar
  • gesteuert
  • skalierbar
  • sicher
  • flexibel

Unternehmen in dieser Stufe haben einen klaren Plan, den sie zusammen mit den Mitarbeitern umsetzen, um die Chancen der Digitalisierung für sich zu nutzen. Das Unternehmen wurde hinsichtlich seines Digitalisierungspotenzials analysiert und eine Strategie wurde abgeleitet und an die Mannschaft kommuniziert. Die anstehenden Veränderungen wurden in ein sinnvolles Umsetzungskonzept überführt, dass Mensch, Abläufe und Technologie so ausgerichtet, dass der wirtschaftliche Fortschritt durch die Digitalisierung mit einer passenden Werte- und Arbeitskultur einhergeht.

 

Wie sehen die Reifestufen heute aus?

Beinahe 4 Jahre später lässt sich beobachten, dass viele Unternehmen Ihre Verweildauer in der Stufe 1 „wait and see“ abgebrochen oder stark verkürzt haben. Sicherlich hat Covid-19 dazu auch beigetragen. Der Druck ist zu groß, die Priorität musste verändert werden.

Auch die Stufe 2 „Just do it“ stellen wir kaum noch in unternehmensübergreifenden Situationen fest.

Erfreulich ist, dass sich immer mehr Unternehmen auf den Weg in die Stufe 3 „perceived digital change“ gemacht haben, den digitalen Wandel als ganzheitliche Aufgabe zu betrachten; mit einer Strategie und dem passenden Umsetzungskonzept.

Der Wandel braucht Zeit und muss gemanaged werden, damit sich Neues und Besseres erfolgreich verankern lässt.

 

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