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New Work ist kein neuer Trend. Bereits in den 80er-Jahren wurde der Begriff von Frithjof Bergmann ins Leben gerufen. Heutzutage hat der Begriff viele Bedeutungen und wird von jedem Unternehmen selbst definiert. Doch der eigentliche Ansatz war philosophisch und richtete sich danach, was die Menschen wirklich, wirklich wollen. Wir haben mit Thomas Schneider, Freund und Gefährte des New Work Begründers Frithjof Bergmann und Founder des SocialThinktank NANK Co:llaboratory- (Neue Arbeit – Neue Kultur Wien) über die New Work Theorie nach Bergmann gesprochen.

New Work nach Bergmann

Frithjof Bergmann ist der Begründer der „New Work Bewegung“. Bereits in den 80er-Jahren forderte er einen radikalen Wandel der Arbeitswelt. Als der österreichisch-amerikanische Philosoph Bergmann das „New Work“-Konzept ursprünglich entwickelte, verstand er die Neue Arbeit als notwendige Antwort auf die Frage: Was würden Menschen in ihrem zukünftigen Arbeitsleben machen, wenn die Automatisierung die bestehenden Jobs zunehmend ablösen würde? Dadurch ist in den letzten Jahrzehnten eine weltweite New Work Bewegung entstanden, die alle Themen rund um „Neue Arbeit“ in den Vordergrund stellt.

Herr Schneider, was ist laut Bergmann die Definition von New Work?

Frithjof hat ein ganzes Buch als Definition geschrieben. Der Titel lautet „Neue Arbeit Neue Kultur„. Aber in Kürze: New Work will Arbeit radikal anders organisieren, um eine neue Kultur zu ermöglichen. Wir leben derzeit, um zu arbeiten. Das wollen wir ändern. Derzeit verbrennen wir die Geigen. Wir arbeiten für einen den Planeten zerstörenden Weltwirtschaftswachstumswahnsinn. Wir müssen die Arbeit aber vom Leben her denken.

Was sind die Schlüsselwerte der New Work – New Culture Theorie?

Bergmann hat zu Hegel promoviert. Es geht um Freiheit. Es geht darum, den Menschen mit Arbeit zu stärken und nicht zu schwächen.

Was sind die Ziele von New Work?

Die New Work – New Culture Bewegung will eine Stärkung des Humanen, des freien Willens der Menschen.
Mehr Menschen sollten endlich ihrem Calling (Arbeit, die wir wirklich, wirklich wollen) folgen können und ihren Talenten gemäß arbeiten.

Es geht uns um eine fairere Grundwirtschaft mit fairem Geld und Wertbedingungen bei der Arbeit und Produktion. In Verknüpfung mit der Community Production wollen wir dazu beitragen, die globale Armut abzubauen.

Community Production: Gemeinschaftsproduktion, auch bekannt als High-Tech-Selbstversorgung. Anstatt alle Waren durch den Kauf mit Arbeitsgeld zu erwerben, stellst Du sie selbst her, indem Du Spitzentechnologien verwendest, die in Gemeindezentren nutzbar sind oder bald nutzbar sein werden.

Die drei Säulen der neuen Arbeit
https://newwork-newculture.dev/theorie/

Wie wirkt New Work?

Wir halten New Work für einen emanzipatorischen Prozess ähnlich dem Feminismus, der langsam und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten in die Gesellschaft sickert. Diesem Prozess folgt und entspricht auch das Dezentrale. Die Digitalisierung jetzt läuft falsch, das heißt, weiter in Richtung Überwachungskapitalismus. Wir aber – und da meine ich durchaus auch mittelständische Unternehmen – brauchen Big Data und Blockchain for us. 

Warum sollte man sich zuerst mit der Zielsetzung/Definition von New Work auseinandersetzen?

Weil man sonst eher den Vernutzern und Vermessern der Arbeit zum Opfer fällt, die mit Lovebombing und Purpose mehr Effizienz aus Arbeitsprozessen rauskitzeln wollen.

Gibt es Empfehlungen zur Annäherung an das Thema New Work?

Wir haben eine Webseite, dort gibt es Infos zu den Büchern, Podcasts, Videos und vor allem zu den vielen praktischen Projekten weltweit. Und natürlich haben wir dort auch die so beliebten Tools.

Was können Führungskräfte tun? Gibt es eine Herangehensweise für Unternehmen?

Führungskräfte können zunächst mal sehr konkret bei sich selbst anfangen. Herausfinden, was sie wirklich, wirklich wollen.  Einmal verstehen/lernen was Arbeit alles mit den Menschen macht. Und dann eine „Culture Map“ des Bereichs, den sie positiv verändern wollen, anlegen.

Das beginnt ganz einfach damit, dass man die Leute fragt, was sie wollen und dann gehts im besten Sinne ans Eingemachte.

Letztlich sollte es Managern gelingen, gemeinsam mit den Mitarbeitern eine Kultur im Unternehmen zu forcieren, die mehr Freiraum gibt. Ziel ist es, Menschen innerhalb ihrer Möglichkeiten im Unternehmen darüber nachdenken zu lassen, was sie wirklich wollen und wie sie ihre Stärken einbringen können.

Was ist das Problem vieler Firmen

Unser Ansatz war von Anfang an, die Lohnarbeit abzuschaffen und die Neue Arbeit einzuführen. Dieser radikale, einschneidende Wechsel wird heute von Firmen viel weniger betont. Heute macht man vielerorts nur die Lohnarbeit attraktiver, sympathischer und netter. Firmen beschreiben das, was wir Neue Arbeit nennen, nur in ganz oberflächlicher Art und Weise. Auch wenn es angeblich super läuft, ist es mehr Schein als Wirklichkeit. Soweit ich weiß, wird in keinem deutschen Betrieb das, was ich die Neue Arbeit nenne, wirklich durchgeführt. Oftmals ist es nur Stückwerk und nicht vollkommen durchdacht. Was mich an Deutschland ärgert: Neue Arbeit wird von allen Dächern gepfiffen, aber es ist nicht die Neue Arbeit, sondern nur eine etwas sympathischer angehauchte Form der Lohnarbeit. 

Zitat: Frithjof Bergmann, Handelsblatt

Werden Sie Teil der Schleswig-Holsteiner Fachgruppe New Work

Die Fachgruppe richtet sich an alle Neudenker aus Wissenschaft, Wirtschaft & Verwaltung.

New Work erfährt man nicht in der Theorie, sondern im Austausch & im Ausprobieren. Gemeinsam wollen wir Neues Arbeiten erleben und die Chance der neuen Arbeitswelt kennenlernen. Es soll eine Community für Schleswig Holstein entstehen, in der gemeinsam gearbeitet, von einander profitiert und sich ausgetauscht werden kann.

Neues Arbeiten bietet vielfältige Chancen, um sich in der neuen Arbeitswelt zu behaupten und vom Wettbewerb abzuheben. Mehr Flexibilität, mehr Kreativität, mehr Individualität.

Hier finden Sie alle kommenden Veranstaltungen im Überblick.

Weitere Beiträge zum Thema New Work:

Hannah Schmitt

Hannah Schmitt

Jahrgang 1992, gebürtige Kielerin, begeisterte Sportlerin. Hannah ist der kreative Kopf des Teams. Durch ihr Studium im Bereich Medien- und Eventmanagement ist sie im Marketing zu Hause. Hannah kümmert sich um die Außendarstellung der Dicide: von der Konzeptionierung von Marketingmaßnahmen über die Umsetzung bis hin zur Auswertung. Neben dem kreativen Gestalten steht die Öffentlichkeitsarbeit im Fokus. Social-Media-Management und die Erstellung von Bild- und Videomaterial sind ebenfalls Schwerpunkte ihrer Arbeit. Nebenberuflich ist sie Pressesprecherin der TUS-Holtenau Huskies, einem Inlinehockey-Verein aus Kiel, in dem sie selbst Spielerin ist. Kontaktieren Sie Hannah Schmitt auf Xing oder LinkedIn.

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